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Solche objektiven Tests, bei der wissenschaftlichen Medizin Standard, verliefen bisher negativ (27,28,32-34). Von Außenseitermedizinern werden sie meist als unangemessen abgelehnt. Stattdessen verweist man auf eindrucksvolle Fallbeispiele von geheilten Patienten. Diese anekdotischen Belege sind zwar emotional überzeugend, aber ohne jede Beweiskraft: Positive Einzelfälle - Patienten mit längerer Überlebenszeit - kommen in allen Kollektiven vor (1), es bleibt völlig unklar, welchen Anteil der Placebo-Effekt hatte, und es wird verschwiegen, bei wieviel Patienten die Behandlung erfolglos war. Bei zweifelhaften Behandlungsmethodenreichen auch "klinische Tests" nicht aus, um die Wirksamkeit objektiv zu prüfen, denn sie sind, oft trotz gegenteiliger Beteuerung, fast nie doppelblind: Die Resultate werden ungewollt durch Erwartungshaltungen von Versuchsleiter und Patient verfälscht. Wir halten es für unethisch, eine Behandlung zu propagieren, bei der nicht geprüft wurde, ob sie besser hilft als ein Placebo. Aussagekräftig wäre nur ein Test, den man möglichst ganz hinter dem Rücken der Hauptbeteiligten durchführt. Individuell verschriebene homöopathische Präparate müssten bei der Hälfte der Patienten, ohne deren Wissen und ohne Wissen der behandelnden Homöopathen, mit gleich aussehenden, anerkannt unwirksamen Placebos vertauscht werden. Ist die Behandlung damit unvermindert erfolgreich, entlarvt sich das Grundkonzept der Homöopathie als reines Phantasieprodukt, dessen praktische Wirksamkeit allein auf dem Placebo-Effekt beruht. Selbst in Doppelblind-Studien kann es zu positiven Effekten unwirksamer Arzneien kommen, weil Patient und Arzt anhand der Nebenwirkungen der Arznei manchmal erkennen können, wer es bekam. Und das führt unbewußt zu der Erwartung, daß es solchen Patienten besser gehen muß ("self fulfilling prophecy"). Das kann man prüfen, indem man Placebos gibt, die dieselben Nebenwirkungen haben wie das echte Medikament: Dann schwindet der Unterschied zum Placebo meist dahin. Einer Gefahr sind alle Therapeuten ausgesetzt: der "therapeutischen Illusion": Bei zweifelhafter Diagnose verordnen Ärzte häufig Behandlungen, von der sie wissen, daß sie nur als Placebo wirken. Gesundet der Patient, verführt der scheinbare Erfolg dazu, Diagnose und Behandlung irrtümlich für richtig zu halten. Ein Beispiel ist die sinnlose Verschreibung von Antibiotika bei viralen Infektionen. Vielen Ärzten wird nämlich in ihrer Ausbildung nicht beigebracht, daß Patienten oft keine Behandlung brauchen außer ermutigende Worte eines Arzt, der sich ihnen menschlich zuwendet. Obwohl seit 50 Jahren intensiv erforscht, ist noch kaum bekannt, auf welche Weise der Placebo-effekt den Krankheitsverlauf beeinflußt. Man weiß, daß Placebo-Behandlungen auf das Immunsystem einwirken, endogene Opiate freisetzen können, und daß es kaum Placebo-resistente Erkrankungen gibt (11, 29). Ärzte wissen, daß man Medikamente, die neu auf den Markt gekommen sind, schnell verwenden sollte, solange sie noch wirken. Denn sie erzeugen Hoffnung bei Patient und Arzt, und das führt bei beiden zu starken Placebo-Effekten. Homöopathie hat einen großen Vorteil: Im Gegensatz zur Wissenschaftsmedizin, wo der Patient oft auf besserwisserische Arroganz der "Götter in Weiß" trifft, geht der Homöopath intensiv auf die psychische Befindlichkeit seiner Patienten ein. So fühlt sich der Patient verstanden, was den Placebo-Effekt ungemein steigert.
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