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Glaubenssätze der Homöopathie:
Etwas zu glauben, ist Privatsache. Aber die öffentliche Behauptung, parawissenschaftliche Theorien hätten sich als zutreffend erwiesen, ist es nicht. Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind ein kostbarer, kollektiver Besitz der Menschheit, der in der Vergangenheit schwer erkauft worden ist. Märtyrertum und Scheiterhaufen stehen unübersehbar am Weg. Für diesen Besitz, dessen Gültigkeit immer wieder vorurteilsfrei überprüft worden ist, tragen wir alle eine große Verantwortung. Wenn es sich um Behauptungen handelt, die man testen kann - und nur solche gelten definitionsgemäß als (natur)wissenschaftlich - dürfen und müssen wir daher die Autorität der wissenschaftlichen Methodik in Anspruch nehmen, um die Richtigkeit der Behauptung zu klären. Ein Rückfall in abergläubisches Denken ist ein Prozeß, dem die Hüter kultureller Werte nicht gleichgültig zusehen sollten. Es liegt an uns, etwas dagegen zu tun, daß unsere Nachfahren das auslaufende Jahrhundert mit einem Rückfall in das Zeitalter magischen Denkens verbinden werden. Leider tragen wir alle die Anlage dazu in uns. Wir nehmen vor allem das wahr, was wir bewußt oder unbewußt erwarten und was eine Art "Zensur-Prozeß" in unserem Gehirn für realistisch hält (46-48). Ganz ähnlich die "Denk-Zensur": Ungeachtet aller Gegenbeweise neigen wir dazu, an einer einmal gefaßten Überzeugung unbeirrbar festzuhalten. Unser Geist liebt fremde Ideen in der Regel ebensowenig wie unser Körper ein fremdes Protein: Beides wird mit großer Energie bekämpft. Diese "Credomanie" (Glaubsüchtigkeit, "true-believer-Syndrom") erweist sich als eine tierische Erblast und ist eine unerschöpfliche Quelle menschlichen Aberglaubens. Wenn die Europäische Vereinigung der Ärzteverbände der besonderen Therapieeinrichtungen (ECPM) den "Pluralismus in der Medizin" einklagt, so bedeutet das, jegliche Kontrollmöglichkeit abzuschaffen. Damit kann jede Art von therapeutischem Unsinn unterschiedslos angeboten werden. Das ambivalente Argument "wer heilt, hat Recht" verwischt ganz bewußt den Unterschied zwischen geprüften und ungeprüften Methoden. Daß die spezifische Wirksamkeit homöopathischer Mittel mit wissenschaftlicher Logik auch nicht statistisch nachgeprüft werden könne (19), ist eine willkürliche Schutzbehauptung. Denn positive Ergebnisse der Homöopathie werden mit Emphase zitiert: Keine Rede ist mehr davon, daß die Wirkungen nicht nachprüfbar seien. In diesem inkonsequenten Verhalten offenbart sich eine zutiefst dogmatische Grundeinstellung.
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