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Was ist Homöopathie und wie arbeitet sie?
Am Anfang der Homöopathie, die oft irrtümlich mit der Anwendung pflanzlicher Heilmittel (Phytotherapie) gleichgesetzt wird, steht die
- Simile-Regel: Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Krankheiten werden nur durch solche Arzneien geheilt, die an Gesunden ähnliche Krankheitssymptome hervorrufen wie die, an denen der Patient leidet. Deshalb werden
- Arzneiprüfungen am gesunden Menschen durchgeführt. Bekommen sie dabei bestimmte Symptome, dann gibt man daßelbe Medikament Patienten, die eben diese Symptome zeigen. Hahnemann entdeckte das Simile-Prinzip zufällig, nachdem er im mutigen Selbstversuch Chinarinde eingenommen hatte und davon "Fieber" bekam - diagnostiziert allerdings nicht an der Körpertemperatur, sondern an erhöhter Pulsrate. Diese höchst ungewöhnliche Wirkung beruhte vermutlich auf einem Nocebo-Effekt (s.u.). Hahnemann stieß also auf sein Simile-Prinzip nur, weil er sich irrte. Bei den ersten homöopathischen Behandlungen, mit wenig verdünnten Wirkstoffen, kam es angeblich oft zu einer "Erstverschlimmerung": Die Krankheitssymptome verstärkten sich - nach der "Simile-Regel" verständlich, denn das Arzneimittel soll sich ja gleichartig auswirken. So begann Hahnemann, seine Heilmittel zu verdünnen, zu
- "Potenzieren": Die Arznei wird auf genau festgelegte Weise in jeder Verdünnungsstufe durchgeschüttelt. Dabei soll sich etwas vom "geistigen Wesen" der Ursubstanz auf das Lösungsmittel (Wasser oder Alkohol) übertragen, Schritt für Schritt Stoffliches in Unstoffliches umwandeln, etwa in "heilsame Schwingungen". Das Potenzieren erfolgt in Dezimal- oder Centesimalschritten, bei festen Präparaten durch Verreibung mit Milchzucker. Die Potenz D3 enthält meist etwa 1g Wirkstoff pro Liter. D20 entspricht bereits einer Verdünnung von 1:10 hoch 20, ungefähr sviel wie eine Tablette Aspirin, gelöst und gleichmäßig verteilt im gesamten Atlantik. Denn, so Hahnemann: Je mehr verdünnt, desto stärker die Heilkraft.
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