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Erfolge der Homöopathie - nur ein Placebo-Effekt?

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Wieviele NEINs haben Sie? Weniger als fünf? Dann liegen Sie falsch. Alle fünf Aussagen stimmen nicht! Verbreitet ist die Meinung: "Placebos wirken nur bei Spinnern, Okkultisten, labilen Personen, die sich leicht beeinflußen lassen, und bei sonstigen Idioten". Natürlich fühlt sich niemand einer dieser Kategorien zugehörig. Ergo: "Bei mir wirken Placebos nicht. Das, was bei mir wirkt, muß etwas Echtes sein!"

Völlig falsch! Placebos können bei allen Menschen wirken, gerade auch bei denen, die sich für absolut nicht "anfällig" halten. Es ist also das herrschende Vorurteil zu bekämpfen, Placebos seien "Medikamente für Dumme". Begriffe wie "Suggestion" oder "psychosomatisch" werden immer mißverstanden: "Psychosomatisch? Nicht bei mir! Ich bin doch nicht verrückt!"

Obwohl der Placebo-Effekt prinzipiell mit einer Selbsttäuschung verbunden ist, ist er keine Einbildung, und es ist keine Selbsttäuschung, wenn er hilft. Er bietet vielmehr eine wunderbare Chance, die körpereigenen Selbstheilungssysteme zu mobilisieren. Davon profitiert auch die wissenschaftliche Medizin in hohem Maß, aber nur, solange der Patient ihr im Grunde seines Herzens vertraut.

Wie kann man den Placebo-Effekt einer Behandlung messen? Jedenfalls nicht, indem man in sich hineinhört und sich fragt: "Habe ich an die Behandlung geglaubt oder nicht?" Denn was wir bewußt glauben, kann etwas ganz anderes sein als das, was wir unterbewußt glauben, hoffen oder fürchten.

Jede medizinische Behandlung enthält grundsätzlich zwei Komponenten: einer psychosoziale und eine physikalisch-chemische Botschaft, die sich direkt physiologisch auswirkt. Bei der Behandlung einer psychosomatischen Erkrankung ist der psychosoziale Anteil maximal, bei chirurgischer Entfernung einer Krebsgeschwulst ist er klein, aber dennoch vorhanden.

Der Idealfall liegt vor, wenn gläubige Patienten von charismatischen Ärzten behandelt werden. Denn es gibt Placebo-Effekte natürlich auch in der wissenschaftlichen Medizin. Roberts et al. (38) faßten fast 7000 Fallstudien zusammen, in denen bei völlig wirkungslosen Therapien das Heilungsergebnis bei 70% der Patienten ausgezeichnet oder gut war:

  • Herpes mit Levamisol zu behandeln, stellte sich nach Jahren als wirkungslos heraus, aber 48% der Patienten fanden sie erfolgreich
  • Ähnliches gilt bei Operationen: Die Glomektomie (Entfernung des Carotidenkörpers auf der Halsarterie) bei Asthma erwies sich als wirkungslos. 57% der Patienten mit der Behandlung zufrieden.
  • Die erfolgreich eingesetzte Unterkühlung des Magens bei Zwölffingerdarmgeschwüren erwies sich als Placebo-Effekt.
  • Bei Verengung der Herzkranzgefäße band man ein Blutgefäß im Brustraum ab, damit mehr Blut den Weg durch sie nehme. Mit besten Erfolg: Die Patienten konnten danach erstmals wieder Treppen steigen. Erst Kontrollversuche zeigten: Eine reine Placebowirkung!

 

  
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von Turi Heiler
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